Mooswand mit Sonnenschutz soll Schadstoffe binden

Frühling und Sommer bringen nicht nur viele Stunden Sonnenschein und großes Outdoor-Vergnügen mit sich. Gerade in Großstädten werden Smog und Ozon über diese Monate hinweg zur Belastung und machen effektive Maßnahmen zum Erhalt der Lebensqualität notwendig.

Stuttgart ist durch seine Kessellage besonders betroffen und geht beispielsweise mit einer Mooswand entlang des Neckartors gegen den Ausstoß von Schadstoffen vor. Diese Mooswand hat im März 2017 einen aufwändigen Sonnenschutz erhalten, um Zustand und Lebensraum des Mooses zu erhalten.

Auf natürliche Weise gegen Schadstoffe vorgehen

Seit Jahrzehnten ist bekannt, wie hervorragend verschiedene Pflanzen Schadstoffe filtern oder binden. Umso logischer ist es, diese verstärkt in Innenstädten einzusetzen, um die Schadstoffe aus Autoabgasen und anderen Quellen für den Menschen unschädlich zu machen. Da durch den modernen Städtebau die Zahl der Grünflächen immer weiter reduziert wird, ist vielerorts ein künstliches Nachrüsten notwendig geworden. Die Stuttgarter Mooswand am Neckartor ist nur ein Beispiel, kann jedoch ernsthafte Erfolge beim Kampf gegen die Schadstoffe in der baden-württembergischen Landeshauptstadt aufweisen. Der Einsatz solcher Hilfsmittel scheint unverzichtbar, da bereits im aufkeimenden Frühling 2017 die Schadstoffwerte in Stuttgart über den Grenzwerten der EU lagen.

Mit adäquatem Sonnenschutz das Moos erhalten

Das Vertrauen auf eine natürliche Bekämpfung der Schadstoffe setzt einen Lebensraum voraus, der an die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst ist. Genau dies wird gerade bei Moos zur Herausforderung, das von Natur aus eher kühle und feuchte Regionen bevorzugt. Mit dem neuartigen Sonnenschutz von gut 100 Meter Länge soll dies nun gewährleistet bleiben. Der ebenfalls in grün eingefärbte Schutz wirkt wie ein riesiges Sonnensegel und ist mit etwas Abstand über die gesamte Moosfläche hinweg gespannt. Hierdurch soll vorrangig die direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden, ein Austrocknen des Mooses ist aufgrund eines speziellen Bewässerungssystems nicht zu befürchten.

Sonnenschutz von Anfang an im Konzept vorgesehen

Auch wenn das spezielle Sonnensegel aktuell zum ersten Mal in der Öffentlichkeit zu sehen ist, wurde es bei der Konzeption der Mooswand am Neckartor frühzeitig berücksichtigt. Auch in die Kosten des gesamten Projektes wurde ein entsprechender Sonnenschutz bereits einkalkuliert, der nun effektiv wirken kann. Trotzdem ist die Mooswand nur eine von vielen Maßnahmen, die in Stuttgart und anderen Städten hierzulande zur Bekämpfung des Feinstaubes notwendig werden. Gerade in Zeiten des Abgasskandals, nach dem Millionen Fahrzeuge vielleicht doch mehr Schadstoffe als gedacht ausstoßen, kann die Lebensqualität durch diese Einflüsse erheblich sinken. Um auch zukünftig unbelastet im eigenen Garten unter dem Sonnenschirm zu sitzen, sind Forschung und Politik gleichermaßen bei der Lösungsfindung gefragt.

Weitere Infos: Stuttgarter Nachrichten

 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

sechzehn − 7 =

Scroll to Top